Ferdinand Stransky, Blasmusik (Blasmusikkapelle, Bauernkapelle) 1959, Öl auf Leinen, 87,3 x 117,8 cm

Ferdinand Stransky (1904-1981)

Ein österreichischer Spätexpressionist

13. November 2004 bis 27. Februar 2005

Bereich:Kunst


Der gebürtige St. Pöltner Ferdinand Stransky schrieb in seiner autobiografischen Skizze über sein Werk und sich selbst: "Man nimmt mich eben so, wie ich mich fühle: ein Fortsetzer der österreichischen Maltradition eines Gerstl, Kolig, Boeckl; mehr bin ich nicht – ein Schelm, der mehr gibt, als er hat." Anlässlich seines hundertsten Geburtstags widmet ihm das NÖ Landesmuseum eine aus rund 40 Werken bestehende Retrospektive aus eigenen Sammlungsbeständen.

Nach einer "herrlichen Kinderzeit"  kam Ferdinand Stransky als 15jähriger in die Lehre zu Serafin Maurer; dem Leiter der Restaurierwerkstätten an der Wiener Akademie der bildenden Künste, um nach vierjähriger Lehrzeit bis 1979 als selbstständiger Restaurator zu arbeiten. Neben seinem Brotberuf zeichnete und malte er bis in die Nacht –  das anfängliche Hobby gewann immer mehr an Bedeutung, wurde konsequente Auseinandersetzung, vor allem mit formalen Problemen.
Seinen ersten Erfolg als Künstler feierte er 1937 anläßlich einer Ausstellung im Hagenbund, zu der ihn die Künstlerkollegen Georg Ehrlich und Georg Merkel eingeladen hatten. Nach dem Krieg trat er der Secession bei, dann der Künstlergruppe "Der Kreis", um 1969 wieder zur Secession zurück zu kehren. Seine Erfolge brachten ihm Teilnahmen an den Biennalen Sao Paulo (1957 und 1965) und Tokio (1963) und in der Folge Ankäufe für öffentliche und private Sammlungen.
Ausgangspunkt und künstlerisches Anliegen seiner Malerei war die "Umwandlung der Materie Farbe in gebaute Form". Ferdinand Stransky: "Ich bin nach wie vor ein peintre-amateur, kann nur etwas vollbringen, wenn ich ein formales Erlebnis habe, sei es von der Natur, die immer mein größter Anreger sein wird, beim Hören von Musik oder dem Lesen eines Buches."

1957 wurde ihm der Professorentitel verliehen, 1960 der Theodor-Körner-Preis, 1962 der Kulturpreis der Stadt Wien (Malerei), im gleichen Jahr zeigte die Österreichische Galerie Belvedere eine erste umfangreiche Retrospektive, 1965 würdigte ihn das Land Niederösterreich mit dem Kunstpreis des Landes, den Würdigungspreis zum Österreichsichen Staatspreis erhielt er 1974 und zum 60. Geburtstag zeigte die Wiener Secession eine Werkübersicht.
Er starb am 30. Dezember 1981 im Tullner Krankenhaus an den Folgen einer Gehirnblutung. Bestattet ist er in einem Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof.

Kurator: Wolfgang Krug

Publikation zur Ausstellung:
"Stranksy - 1904-1981", von Wolfgang Krug, Katalog des Niederösterreichischen Landesmuseums 2004/Neue Folge Nr. 455, zahlreiche  Abbildungen, 144 Seiten; ISBN 3-85460-222-7
>>> Bestellen