Kriegsstruwwelpeter  Kriegsstruwwelpeter

Kriegsstruwwelpeter | Februar

Leihgabe: Helmut Bauer

Karl Ewald Olszewski: Der Kriegs-Struwwelpeter – lustige Bilder und Verse, München Holbein-Verlag (1915)

„Der "Struwwelpeter" des Frankfurter Arztes Heinrich Hoffmann erschien zum ersten Mal im Jahr 1845 und erlebte im Laufe der Jahre zahlreiche Adaptionen. Ursprünglich als erzieherisches Bilderbuch für Hoffmanns dreijährigen Sohn konzipiert, wurde der "Struwwelpeter" auch für politische und militärische Propaganda umgedichtet.
1914 erschien in London unter dem Titel "Swollen-headed William" eine sehr erfolgreiche englische Parodie, hinter der sich eine antideutsche Kriegspropaganda versteckte. Darauf reagierte Deutschland im folgenden Jahr mit dem "Kriegs-Struwwelpeter" aus der Feder von Karl Ewald Olszewski, einem deutschen Maler, der u.a. für die satirische Wochenzeitschrift "Simplicissimus" arbeitete. Die Entente-Mächte werden zum Ziel des Spottes: Serbien wird als "Bomben-Peter" dargestellt, Zar Nikolai wird in der umgewandelten Geschichte vom bösen Friederich, der Tiere quält, zum "bösen Nikolai" ("Der Freiheit riß im Dumahaus er schnöde beide Flügel aus"), und mit dem Zappel-Beppo wird Italien karikiert, das mit Deutschland und Österreich verbündet war, aber nach Kriegsbeginn die Seiten wechselte.“
Text: Universitätsbibliothek Salzburg

Es sei an dieser Stelle auf die Ausstellung „Kriegsschauplatz Niederösterreich“ verwiesen, die noch bis 31. Juli im Sonderausstellungsraum Geschichte zu sehen ist.


Helmut Bauer ist als Kulturvermittler im  Landesmuseum tätig.
Aufgeschlagene Seite: Die Geschichte vom Zappel-Beppo [Italien]
Kurator: Gerhard Hintringer

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