Feuerbock, Mamuz  Feuerbock, Mamuz

Feuerbock

„Mondidol"

 

Frühe Eisenzeit, Hallstatt C, um 750 bis 600 v. Chr.

Ein charakteristischer Fundtyp der „Kalenderbergkultur" nach dem namengebenden Kalenderberg bei Mödling (Osthallstattkreis), Fundort: Malleiten, Gem. Wöllersdorf-Steinabrückl, Bez. Wr. Neustadt-Land, Inventarnummer: UF-8866

Das Objekt kam 1948 durch den Ankauf der Sammlung Oechsle, die sich ursprünglich im Franz-Josef-Museum in Baden bei Wien befand, unter der Fundortangabe „Malleiten bei (Bad) Fischau" in die Landessammlungen Niederösterreich.

Es besteht aus grauem, dicht grob steinchengemagertem Ton, ist sehr massiv und hart gebrannt. Verziert ist es mit senkrecht laufenden, tiefen Furchen, auf den breiten Leisten dazwischen befinden sich waagrechte Kerben. Die Füße sind mit Kerben, viereckigen Einstichen und feinen Riefen dekoriert. Die beiden Tierkopfenden sind ergänzt.

Die einstige Funktion des Objektes des Monats ist noch ungeklärt. Paarweise könnten sie als Feuerböcke zum Auflegen von Spießen über einer Feuerstelle gedient haben. Aufgrund ihrer Form werden diese halbmondförmigen Tonobjekte mit Standfüßen auch als „Mondidole" bezeichnet. Diese tönernen, verzierten Feuerböcke spielten möglicherweise eine sakrale Rolle im Haus- oder Herdkult, welcher von einer kleinen Gruppe, einer Familie oder Hausgemeinschaft, geübt wurde. Ebenso scheint ein Zusammenhang mit dem Mond, der im Leben des urgeschichtlichen Menschen eine große Rolle spielte, und damit mit der Zeitmessung denkbar. Sie könnten ebenso zu den Gerätschaften eines von Frauen durchgeführten Kultes im Zusammenhang mit Herdfeuer oder Sonnwendfeiern gehört haben. (Mag. Wolfgang Breibert, Zentrum für Museale Sammlungswissenschaften, Donau-Universität Krems)

 

 

Tipp: MAMUZ Schloss Aparn an der Zaya, www.mamuz.at

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